Unabhängigkeit vom Fleischsystem

Unsere Art, Lebensmittel zu erzeugen, entscheidet über Klima, Böden, Wasser, Gesundheit, Artenvielfalt – und über das Leben von Milliarden fühlender Lebewesen.
Die Tierwirtschaft treibt die Erderhitzung an, verschlingt Land und Wasser, zerstört Wälder, gefährdet die Biodiversität, erhöht das Risiko von Pandemien und verursacht unermessliches Tierleid. Gleichzeitig macht sie Menschen krank und verschärft soziale Ungleichheit, während viele Landwirt:innen selbst unter wirtschaftlichem Druck und unsicheren Einkommen leiden. Wir sind die erste Generation, die genau weiß, was dieses System anrichtet – und die letzte, die noch die Zeit hat, es rechtzeitig zu ändern.

Wovon wir unabhängig werden müssen

Heute sichert das bestehende Ernährungssystem kurzfristig Umsätze und Profite – aber es untergräbt die Grundlage für jede langfristige wirtschaftliche Entwicklung, soziale Stabilität und nationale Sicherheit.

  • Es verursacht rund ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen, in Deutschland etwa 7–8% der Gesamtemissionen.
  • Es beansprucht den Großteil der landwirtschaftlichen Flächen für Tierfutter und Weideland, während pflanzliche Lebensmittel auf einem Bruchteil der Flächen erzeugt werden.
  • Es verschmutzt Wasser mit Nitrat, Pestiziden und Antibiotika und trägt zur Luftverschmutzung durch Ammoniak und Feinstaub bei.
  • Es fördert Zoonosen und Antibiotikaresistenzen und erhöht das Risiko neuer Pandemien.
  • Es verursacht massive Gesundheitskosten durch ernährungsbedingte Krankheiten.

Hinzu kommt das systematische Tierleid in allen Haltungsformen – ob konventionell oder „bio“.


Unser Unabhängigkeitstag

Unser Unabhängigkeitstag wird der Tag sein, an dem wir sagen:

  • Wir ernähren unsere Völker, ohne unsere Zukunft zu verbrennen.
  • Wir sichern Arbeitsplätze, ohne den Planeten zu zerstören.
  • Wir schützen Tiere, ohne Menschen zurückzulassen.

Das ist keine Utopie. Studien zeigen, dass eine konsequente Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährung und tierfreie, ökologische Landwirtschaft:

  • Treibhausgasemissionen drastisch senken,
  • Land- und Wasserverbrauch deutlich reduzieren,
  • Flächen für Klima- und Biodiversitätsschutz freisetzen,
  • und Milliarden Tiere vor Leid bewahren kann.


Die gute Nachricht

Die gute Nachricht ist: Wir wissen, was zu tun ist.

Wir brauchen weniger Tiere und mehr Pflanzen.
Wir brauchen eine Landwirtschaft, die Böden aufbaut statt sie zu erschöpfen, Wasser schützt statt es zu vergiften und Artenvielfalt stärkt statt sie zu zerstören.

Wir haben die Werkzeuge – von Agrarsubventionen und Steuern über Standards und öffentliche Beschaffung bis hin zu Forschung, Bildung und kommunaler Ernährungspolitik.


Unser Morse-Code an die Politik

Was fehlt, sind drei Dinge:

  • Schnelligkeit – weil die nächsten zehn Jahre darüber entscheiden, ob wir Klimakollaps, Wasserkrisen und Ernteausfälle noch eindämmen können.
  • Koordination – weil kein Land allein den notwendigen Wandel stemmen kann und wir abgestimmte Ziele, Regeln und Unterstützung über Grenzen hinweg brauchen.
  • Engagement – weil es Mut braucht, gegen mächtige Interessen aufzustehen und ein neues Narrativ zu setzen: weg von der Illusion des billigen Fleisches, hin zu einer gerechten, pflanzenbasierten Ernährung für alle.

Wir erklären unsere Unabhängigkeit vom Fleischsystem – nicht gegen die Menschen, die darin arbeiten, sondern für ihre Zukunft.

Wir laden Regierungen, Parlamente, Städte, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure ein, diesen Morse-Code aufzugreifen und zu senden: Schnelligkeit. Koordination. Engagement.

Wenn wir diesen Code gemeinsam senden, können wir unseren Unabhängigkeitstag feiern – den Tag, an dem wir sagen können:
Wir haben unser Ernährungssystem befreit – und damit uns selbst.